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Hattie Studie

HATTIE und der Stein der Weisen

Im Jahr 2009 veröffentliche Professor John Hattie aus Neuseeland sein Buch "Visible Learning". Dieses Buch hat im Bereich der Bildungsdiskussion für Furore gesorgt. Man könnte fast meinen, Hattie hat den Stein der Weisen gefunden, der den Unterrichtserfolg garantiert. Artikelschreiber aller Couleur zitieren plakativ aus seinen Ergebnissen: so vermeldet das Handelsblatt in seiner Onlineausgabe vom 11.03.2012, dass Frontalunterricht besser als sein Ruf ist, und die Wirtschaftswoche verkündet am 14.01.2013, dass es auf den Lehrer ankommt, das jedenfalls habe Hattie ja so herausgefunden.

 

Aber was steckt wirklich hinter der Hattie-Studie?

 

Die Hattie-Studie ist eine sogenannte Meta-Studie: Ziel war es herauszufinden, welche Faktoren nachweislich den Unterricht fördern oder hemmen. Dazu hat John Hattie alle Studien zu einem den Unterricht beeinflussenden Faktor bzw. zu einer Unterrichtsmethode, z.B. entdeckendes Lernen, analysiert und verglichen. In die Metastudie wurden zunächst nur solche Arbeiten aufgenommen, die mit einer Experimental- und einer Vergleichsgruppe gearbeitet hatten. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Studien normiert. Als Maß für die Wirksamkeit eines den Unterricht beeinflussenden Faktors wird die mittlere Standardabweichung zwischen Kontroll- und Experimentalgruppe als Effektgröße angegeben. Den Unterricht hemmende Faktoren werden durch negative Effektgrößen beschrieben. Effektgrößen zwischen 0 und 0,2 sind auf die Entwicklung der Schüler zurückzuführen. Der Lehrer erreicht durch seine Unterrichtstätigkeit allein eine Effektgröße von 0,4. Alles was darüber liegt deutet auf einen besonders wirksamen Unterrichtsfaktor hin. Ab 0,5 war die Experimentalgruppe sogar um eine Notenstufe besser als die Kontrollgruppe. Zu berücksichtigen ist, dass es sich hierbei um die angloamerikanische Notengebung handelt. Dabei hat Hattie alle Einflüsse auf den Unterricht berücksichtigt, z.B. auch störende Schüler.

So erreicht "Whole Class Interactive Teaching" (in den Medien fälschlicherweise mit Frontalunterricht übersetzt) eine Effektgröße von 0,93, Feedbackstrategien im Schnitt 0,81 und ein angemessenes Verhalten der Schüler schlägt sich mit 0,71 positiv nieder. Die Berücksichtigung von "gender learning" oder induktivem Lernen wirkt sich weder positiv noch negativ aus (0,09 bzw. 0,06), während Schüler, die den Unterricht stören, den Klassenschnitt ordentlich nach unten ziehen (-0,78).

Hatties amerikanischer Kollege Robert Marzano kommt mit seiner Vergleichsstudie 2001, die sich allein auf Unterrichtsmethodik beschränkt, zu ähnlichen Werten.

 

Also doch der Stein der Weisen?

 

Es gibt auch Kritikpunkte an der Studie: so muss man sich zunächst bewusst machen, dass Hattie nichts Neues erfunden, sondern den Status Quo beleuchtet hat. Auch ist zu bedenken, dass sich Hattie auf Studien aus dem angloamerikanischen Bildungssystem stützt: dort wird den Lehrern curricular sehr viel vorgegeben. Pädagogische Freiheit wie sie bei uns Tradition hat, ist dort nicht bekannt. Durch die Normierung der Studien besteht Gefahr, dass die Feinheiten, die eine Studie ausgemacht haben, weggenommen werden und so das Gesamtergebnis falsch wiedergegeben wird.

 

Was die Hattie-Studie ist - und was nicht.

 

Zu allererst: Die Hattie-Studie hat nicht den Anspruch, ein Methodenranking zu geben: es macht keinen Sinn zu sagen, wer die zehn Top-Methoden in seinen Unterricht implementiert, wird automatisch einen großen Unterrichtserfolg erzielen. Vielmehr ist es eine Bestandsaufnahme, die dem Lehrer einen Hinweis gibt, bei welcher Methode es sich lohnt, sie auszuprobieren. Eine Erfolgsgarantie ist damit noch nicht gegeben: schließlich muss die Methode auch zum eigenen Unterrichtsstil und zur Klasse passen. Geoff Petty gibt in seinem Blog Evidence Based Teacher Network folgende Faustformel: nach drei Versuchen erkennt man, ob eine Methode zu seinem Unterricht und zu seiner Klasse passt. Nach zehn Versuchen hat man gelernt, die Methode effizient einzusetzen. Aber erst wenn man die Methode über einen Zeitraum von 6 - 24 Monaten mindestens 25 mal in seiner Klasse eingesetzt hat, werden sich die in den Untersuchungen gefundenen Effekte in der Klasse auch zeigen.

 

Fazit:

 

Die Studie von Hattie, aber auch die von Marzano, liefern wertvolle Hinweise, welche Unterrichtsmethode oder Strategie es wert ist, Zeit und Energie zu investieren. Sie nehmen uns Lehrern aber nicht die pädagogische Verantwortung für eine sorgfältige, situationsgerechte Planung unseres Unterrichts ab.

 

 

Christopher Oberle

 

 

Quelle und Link:                   BRN - Bayerisches Realschulnetz

 

 

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